Gipfelmesse auf der Stolzalpe

Die Sage zur Stolzalpengipfelkapelle
Jeden Pfingstsonntag versammelten sich einst die Hexen und Hexenmeister auf dem Stolzalpengipfel. Kam an diesem Tag ein Wanderer des Weges, zeigte sich am Himmel eine pechschwarze Wolke. Und der Wanderer beeilte sich an dieser Stelle vorüberzukommen. Einmal ging ein Jäger hinauf, um die Schulter sein Gewehr, darin eine geweihte Patrone. Als er die schwarze Wolke über sich kreisen sah, nahm er seine Flinte und schoss mitten in die Wolke hinein. Da fiel ein schwarzer Rabe herab und lag vor ihm. Der Jäger sah daneben ein Essbesteck. Den Raben ließ er liegen, das schöne Essbesteck mit einer herrlichen Gravur nahm er aber mit. Monate später kehrte er in der Gegend von Mariazell bei einem Gasthof ein und aß dort Geselchtes. Er verwendete dazu sein schönes Besteck. Da blieb die Wirtin neben ihm stehen und schaute ihn mit großen Augen an. Der Jäger fragte: „Was ist los?“ Da antwortete die Wirtin: „Ich hatte einen Ehemann. Jedes Jahr am Pfingstsonntag verschwand er, und eines Tages kehrte er nicht wieder. Du aber, du isst mit seinem Essbesteck.“ Der Ort, wo der Rabe damals zu liegen kam, lässt sich heute noch sehen. Direkt vor der Stolzalpengipfelkapelle ist eine kleine Senke geblieben, die sich nicht füllen lässt. Oft schon wurde dies versucht, aber jedes Mal zeigt sie sich wieder.
Herbert Schwarz